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Allergologie

Hausstaubmilben

Hausstaubmilbenallergie
Hausstaub ist eine vielfältige Mischung aus Hautschuppen, Haaren, Federn, Schimmelpilzeiweissen, -sporen, Staubmilben, Nahrungsmittelbestandteilen, Zerfallsprodukten, Bakterien, Pollen, Mineralien und vieles mehr. In der Bundesrepublik Deutschland leiden zwischen 500.000 und 2.000.000 Patienten an einer Hausstauballergie welche als allergischer Fließschnupfen, Bronchialasthma und Hauterkrankungen auftreten kann. Im Gegensatz zur Pollenallergie bestehen die Beschwerden ganzjährig in wechselnder Ausprägung. Die auslösenden Allergene (Milbenkot) bilden den wichtigsten Teil des Hausstaubes. Hausstaubmilben sind Spinnentiere mit einer Größe von 0,2 - 0,8 mm, also für das bloße Auge nicht sichtbar. Sie übertragen keine Krankheiten und sind erst bei einer Allergie für den Menschen schädlich.

Während ihrer Lebenszeit von 2-4 Monaten produzieren sie etwa das zweihundertfache ihres Körpergewichtes Milbenkot der als Feinstaub in die Atemwege des Menschen dringt und dort allergische Reaktionen auslösen kann. Milben finden sich in fast allen textilen Einrichtungsgegenständen und vor allem in Matratzen, Polstermöbeln, Teppichböden, Kissen und Kuscheltieren. Durch Bewegung im Raum werden die allergenen Bestandteile aufgewirbelt und gelangen in den Atemstrom.

Hausstaubmilben ernähren sich hauptsächlich vom Menschen selbst und seinen in die Umgebung abgegebenen Hautschuppen. Andere Milben bevorzugen u.a. Schimmelpilze. Täglich stößt ein Erwachsener etwa 1,5 g Hautschuppen ab, genug für etwa 1,5 Millionen Milben als Nahrungsgrundlage für einen Tag. Entscheidend für ihr Wachstum und die Vermehrung sind die Lebensbedingungen. Die Spinnentiere sind lichtscheu und entwickeln sich in Lebensräumen mit einer relativen Luftfeuchtigkeit von 65 - 80 % und mäßiger Temperatur von 25 C°, wie sie etwa in den tiefen Schichten des Teppichflors oder in Polstern zu finden sind. Mit Beginn der warmen und feuchten Witterung im Frühsommer vermehren sie sich verstärkt. Die höchsten Zahlen finden sich in den Hochsommer- und ersten Herbstmonaten. Parallel zu dieser Entwicklung verstärken sich die allergischen Beschwerden der Patienten. Das Wachstumsmaximum liegt zwischen Mai und Oktober. Danach sterben sie zunehmend ab, was aber zu einem starken Anstieg der Allergenkonzentration führt. Die Kotbällchen zerfallen im Laufe der Zeit und verbinden sich mit dem Hausstaub. 

Das Krankheitsbild der Hausstaubmilbenallergie zeigt sich in Beschwerden die sehr verschiedenartig in Erscheinung treten können. 

Typische Krankheitsbilder sind :

  1. allergischer Fließschnupfen  
  2. allergische Bindehautentzündung  
  3. allergisches Asthma bronchiale
  4. allergische Hauterkrankunge


Tipps zur Reduzierung der Milbenbelastung: 

  1. Senken Sie in ihrem Schlafbereich die Zimmertemperatur unter 20 C° und die relative Luftfeuchtigkeit unter 50 %.
  2. Mehr als 8 Jahre alte Matratzen sollten erneuert werden
  3. Nutzen Sie als Allergiker “Allergie-Überzüge” für die Bettmaterialien und Matratzen.
  4. Lüften Sie den Raum und die Bettwäsche regelmäßig.
  5. Auch nach regelmäßigem Staubsaugen können sich in Teppich noch 1.000 bis 10.000 Milben pro qm befinden.Staubsauger können die Milben nicht entfernen.
  6. Oberbett und Kopfkissen sollten bei 95 C° waschbar sein.
  7. Stofftiere sollten zur Abtötung der Milben regelmäßig bei höheren Temperaturen gewaschen, über 2 Tage ins Frostfach oder bei mehr als 60 C° im Backofen über 1 Stunde gelegt werden.
  8. Polstermöbel müssen regelmäßig gesäubert werden.
  9. Erdgeschosswohnungen sind von Allergikern zu meiden, da sie wegen der höheren Luftfeuchte mehr Milbenallergene enthalten.
  10. Teppiche und Teppichböden sollten in halbjährigen Abständen mit milbenabtötenden Mitteln behandelt werden.
  11. Die Reinigung der Matratzen mit Ultraschall ist wirksam und ungefährlich.
  12. Fußbodenheizungen sind wegen des geringen Milbenwachstums positiver als andere Heizsysteme.
  13. Wirksame Staubsauger müssen den Feinstaub zurückhalten können (E-Klasse-Filter).
  14. Verzicht auf Staubfänger in Schlaf- und Wohnbereichen.
  15. Geeignete Urlaubsorte sind Gebirgsgegenden über 1.200 m - weil dort die Milben nicht leben können.

 

 

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