×

Allergologie

Innenraum Belastung

Allergene und Mikroorganismen in Innenräumen:
Durch das Leben der Menschen in den Räumen wird durch Küchen- und Badbenutzung Wasserdampf freigesetzt, der evtl. nicht an die Umgebungsluft abgebenden werden kann. Es kommt zu vermehrtem Wachstum von Mikroorganismen, wobei Bakterien, Schimmelpilze aber auch Viren als Krankheitserreger mit Schwächung der Infektabwehr oder Auslösung einer Allergie. 
Diese Belastungen schädigen vor allem immungeschwächte Menschen, ältere Mitbürger und Kinder. Die einzuhaltende Empfehlung für die relative Luftfeuchtigkeit in Innenräumen liegt bei 55%. In diesem Niveau wird das Wachstum von Mikroorganismen erschwert. 

Ein gegenteiliger Effekt ist z.B. in Büroräumen ohne die Möglichkeit der natürlichen Be- und Entlüftung zu beobachten. Zu trockene Luft führt zu Schleimhautaustrocknung mit Reizerscheinungen und Schwächung der lokalen Infektabwehrmechanismen. Ein besonderes Problem stellen Klimaanlagen dar, bei denen es aufgrund ihrer baulichen Verhältnisse und oft fehlender Wartung zu Belastungen der Raumluft mit Mikroorganismen kommen kann. Auf diesem Phänomen basiert häufig das seit den 80er Jahren bekannte „Sick-Building-Syndrom“ (SBS oder auch „Building related Disease“). Es kommt hierbei zu Befindlichkeitsstörungen mit Müdigkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwäche, Krankheitsgefühl und lokalen Reizerscheinungen wie Niesen, Niesanfälle, Atembeschwerden, Hautreizungen, Husten, Auswurf, Augentränen, Ekzeme und Gelenkschmerzen. 
Ursache sind hierfür häufig Allergien, aber auch die oben beschriebenen Einflüsse auf das Raumklima, mikrobielle Belastungen und Schadstoffeinwirkungen. Entsprechende Beschwerden werden am Arbeitsplatz und im häuslichen Wohnbereich beobachtet und führen oft genug zu starken Beeinträchtigungen des körperlichen Wohlbefindens und der Arbeitsfähigkeit.

Weitere Innenraumallergene: 
Ohne Anspruch auf Vollständigkeit sind für Allergien in Innenräumen verschiedenste Pflanzen zu nennen, die auch als Wachstumsgrundlage für Schimmelpilze zu bedenken sind. Daneben können vor allem tropische Hölzer, Kleber, Farben, Bautenschutzstoffe, Dämmstoffe, Dichtungsmaterialien, Gummiprodukte etc. bei der Verarbeitung und durch Abrieb Allergien auslösen. Gerade „biologische“ Präparate mit naturbelassenen Inhaltsstoffen können zu erheblichen Allergien führen. 

Umweltmedizinische Betrachtung der Innenraumbelastungen: 
Umweltmedizinische Aspekte der Innenraumbelastung wurden in den letzten Jahren vor allem durch die Medien geprägt. Als Reizworte und Feindbilder sind folgende Substanzen durch die Medien in den Vordergrund gerückt worden: 1. Formaldehyd 2. Asbest 3. Pentachlorphenol (PCP) 4. Dioxine 5. Schimmelpilze 6. Gifte in Textilien 7. Polychlorierte Biphenyle (PCB) 8. Schwermetalle 9. Pyrethroide. 

Diese Substanzen werden heute fest mit dem Begriff Umweltmedizin verbunden, bilden jedoch nur einen kleinen Teil des Spektrums umweltbedingten Erkrankungen. In der industriellen Nutzung befinden sich weit mehr als 4 Millionen registrierte Chemikalien, wovon nur ein Bruchteil in ihren Wirkungen auf Umwelt und Leben charakterisiert sind. Bei den zur Verfügung stehenden Nachweismethoden für die Einzelchemikalien sieht es noch düsterer aus. Obwohl immer wieder heftige Diskussionen über die Wirkungen und Krankheitsbilder von Schadstoffen ausbricht gibt es bis heute lediglich Theorien über die Mechanismen der Schadstoffwirkungen. 
Dies verdeutlicht sich darin, dass nur für die wenigsten Umweltschadstoffe allgemein anerkannte Grenzwerte existieren und diese einem ständigen Wandel unterzogen sind.In Innenräumen werden durch Baustoffe, Tapeten, Wandbelege, Teppichböden, Kleber, Einrichtungsgegenstände und Bedarfsgegenstände des täglichen Lebens eine Vielzahl von potentiell allergisierenden und toxischen Inhaltsstoffen in die Umwelt abgegeben. Die wesentlichste toxische Belastung des Innenraumes wird jedoch durch den Menschen selbst in Form des Tabakrauches freigesetzt. Die darin enthaltenen zahlreichen, toxischen und krebserregenden Substanzen bedingen beim aktiven und passiven Raucher Gesundheitsrisiken die weit über den Belastungen durch andere Schadstoffe anzusiedeln sind. Durch die einer jeden allergischen Erkrankung kennzeichnende Überempfindlichkeit der Atemwege und oder der Haut sind Allergiker für diese Schädigungen besonders empfänglich. Dies gilt auch für Immungeschwächte und Kinder in besonderem Maße. Krankheitsbilder wie das „Sick building Syndrom“ (SBS), die „Multiple Chemical Sensitivity“ (MCS) und in der Symptomatik entsprechende Bilder wie die Tübinger Krankheit sind für die Betroffenen quälende Gesundheitsstörungen mit einer Vielzahl von Befindlichkeitsstörungen und Krankheitserscheinungen wie sie der Tabelle 1 zu entnehmen sind. Sie werden weltweit erforscht und leiden unter dem Phänomen, dass sie offensichtlich in ihrem Auftreten und Verlauf durch die Massenmedien beeinflusst werden. Diese Symptomkomplexe verlangen eine möglichst detaillierte Abklärung und eine unabhängige, unbeeinflusste Bewertung.

 

Anmeldung
/